Lang lang ist der letzte Beitrag her – so lange, dass wir Bilder brauchten, um diesen Beitrag schreiben zu können. Nach dem ersten großen Abrisstag kurz vor Weihnachten ist alles jedoch ganz anders verlaufen wie gedacht und gewünscht… Aber alles der Reihe nach.
Die große Zufriedenheit über den Baufortschritt am 21.12. (Estrich in der Küche entfernt, Wand zwischen Wohn- und Esszimmer eingerissen und Fliesen in der alten Küche abgeschlagen) wurde schon einen Tag später massiv getrübt: Lukas hatte unfassbare Rückenschmerzen. Das Ausmaß war zu der Zeit nicht bekannt. „Nicht so schlimm, jetzt kommt erst mal Weihnachten und nach den paar Tagen Pause können wir dann ausgeruht weiter machen“, dachten wir. Aber es wurde noch erheblich schlimmer und zwischen den Jahren war kein guter Zeitpunkt, um eine Diagnose oder gar Behandlung zu erhalten. Lukas musste sich also weiter schonen, an mehr war wirklich nicht zu denken.
Ich habe in der Zeit bis Neujahr mein Bestes gegeben und mit Thomas Unterstützung konnte bis Silvester der komplette Estrich im Erdgeschoss entfernt werden:



Anfang Januar habe ich mich dann (vorerst) alleine mit den Fliesen im alten Badezimmer über mehrere Stunden duelliert. Endstand unentschieden würde ich sagen. Der innere Monk wollte natürlich alles schaffen, aber die Vernunft hat dann irgendwann gesiegt, denn es stand schon fest, dass bald nochmal helfende Hände von stärkeren Männern da sind, die den Kampf dann sicher mit weniger Verzweiflung gewinnen werden. Mein Zwischenergebnis:

Dann sind wir auch schon auf Thomas Endgegner getroffen: die Wand zwischen alter Küche und neuer Küche musste eingerissen werden. Über Kopf arbeiten ist aber auch einfach verdammt anstrengend und wenn man sich nicht abwechseln kann.. Lukas war an dem Tag wenigstens ab und zu vor Ort, aber mithelfen konnte er leider wegen den heftigen Schmerzen nicht.
Den ganzen Aufwand haben wir übrigens auf uns genommen, um ca. 60cm Raum zu gewinnen. Der Plan ist, dass die Küchenfront quasi bis zur alten Wand endet und man so dieselbe Raumgröße hat. Die Küchenzeile soll dann hinter einer ebenfalls neu zu errichtenden Wand verschwinden. Was man nicht alles tut für den Küchentraum…

Lukas Fokus lag in dieser Zeit leider auf der Suche nach zeitnahen Arzt-, Orthopäden-, Physio- und MRT-Terminen. Da er eine längere Fahrt fürs MRT auf sich genommen hat, gab es dann Gewissheit: Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule. Im Januar folgten dann einige Krankengymnastik- und Physioeinheiten, Spritzen, unzählige Schmerzmittel (die alle nur mäßig geholfen haben) und ständige Rücken- und vor allem Beinschmerzen. Das hat natürlich auf die Stimmung gedrückt; den Sanierungsstart haben wir uns ganz, ganz anders vorgestellt. Aber das Wichtigste war erstmal, dass die Schmerzen generell besser werden. Nicht nur für die Baustelle wurden einige Dinge angeschafft, sondern auch um Rücken und Körper zu stärken, zu dehnen und zu mobilisieren: Lukas ist ganz fleißig dabei. Das zahlt sich auch aus: es ist insgesamt schon viel besser, wenn auch Tabletten weiterhin für den täglichen Gebrauch auf unserem Esstisch stehen, aber er kann wieder arbeiten und hilft mehr und mehr auf der Baustelle mit. Und an alle die jetzt denken: aber er soll langsam machen! Ja, macht er!
Wenn man eine klitzekleine Sache festhalten darf, die positiv ist: Lukas ist zweifelsfrei der bessere Handwerker, weiß und kann viel mehr. Die Wahl, wenn was gemacht werden muss, fällt also logischerweise (und auch zum Glück) dann natürlich auf ihn. Als das dann nicht mehr ging, habe ich dann auch mehr versucht und einiges auch hinbekommen – auf jeden Fall langsamer und vermutlich auch nicht so gut, aber es hat vieles geklappt. Das ist keine schlechte Erkenntnis für die nächsten Monate.
Am 11.01. hatten wir dann wieder viele fleißige Helfer/innen (Danke! ♥️) für das Obergeschoss! Innerhalb von einem Tag wurden hier aus altem Bad und alter Küche unser zukünftiges, größeres Bad, die Fliesen wurden entfernt und der ganze Estrich ist rausgeflogen. Das Sortieren von Styropor, Ölpapier im Bauschutt hat allen Beteiligten besonders viel Freude bereitet. Auch beeindruckend war zu sehen, mit welcher Genauigkeit die Betondecke damals gegossen wurde. Nach den letzten beiden ironischen Sätzen geht es jetzt wieder ernst gemeint weiter: wir waren sehr erleichtert, dass es trotz Lukas Gesundheitszustand weiterging und wir nicht einen frühen Baustellenstop einlegen mussten. Mit den Wandfliesen im unteren Bad hatte ich ja noch eine Rechnung offen; am Tagesende lagen aber auch die in Kleinteilen auf dem Boden und konnten in Bauschuttcontainer 3 und 4 entsorgt werden.
Wenn wir nicht im Haus waren, gab es natürlich trotzdem einiges zu tun: Termine mit Handwerkern (Dach, Heizung, Küche, Elektrik, Fliesenleger) ausmachen, wahrnehmen und dann dran bleiben, dass die Angebote nicht deutlich später als zugesagt wirklich vorliegen. Die Badezimmerplanung ist durch den Kamin ein absoluter Endgegner und hat uns viele Stunden gekostet. Fertig ist sie immer noch nicht, mal sehen, ob der Traum vom Wäscheschacht erfüllbar ist. Viel wichtiger ist, dass wir mit dem finalen Angebot über den Einbau der Wärmepumpe den Förderantrag stellen konnten und dieser auch zugesagt wurde.
Der Januar war insgesamt ein mittelmäßiger Monat: wir haben einiges geschafft, aber alles war logischerweise immer von Lukas Bandscheibenvorfall überlagert. Ich war ca. 35 Arbeitsstunden im Haus. Hier noch ein Nachtrag zu den vorherigen Monaten:
| Dezember | Lukas: 55 | Katha: 53,5 |
| November | Lukas: 19 | Katha: 11 |
Ganz nach dem Motto: im Februar muss es einfach besser werden, haben wir uns ans nächste größere Projekt gewagt: Lass uns den bestehenden Sturz zwischen Esszimmer und Küche erhöhen und dafür die Träger freilegen und dann höhersetzen. Ich hatte ehrlicherweise schon etwas Angst, dass nachher das ganze Haus einstürzt, aber alle Menschen mit mehr Erfahrung und statischen Kenntnissen waren da zum Glück deutlich entspannter und zuversichtlich, dass das nicht passiert.
Zuerst haben wir die Decken vom Ober- und Erdgeschoss im Erdgeschoss bzw. Keller mit Stützen abgefangen. Danach haben wir nochmal alles zur Seite hin abgesichert, bevor die Mauersteine über den Trägern entfernt werden konnten. Als das geschafft war, konnten wir die mit weiteren Stützen bis unter die Decke drücken (das war ganz schön wackelig) und hätte ohne die Muckis von Jürgen sicherlich nicht geklappt. Von dieser Aktion gibt es keine Bilder, weil alle eingespannt waren. Das Ergebnis könnt ihr aber in der Galerie sehen. Danach konnten noch die ersten Steine gesetzt werden, denn die Mauer musste an den beiden Seiten logischerweise wieder höher werden, damit die Träger dann am Ende auch darauf liegen können und die Stützen irgendwann abgebaut werden können. Außerdem haben wir (bzw. Lukas) noch Quellmörtel in einen Minispalt zwischen Träger und Decke gespritzt, der auch dabei helfen soll alles zusammen zu halten.
Heute haben wir dann nochmal aufgeräumt, „sauber“ gemacht, den abschließbaren Baumischaball-Container systematisch befüllt (zum Glück bin ich wieder rausgekommen) und die Elektroplanung mit dem Post-it-Trick voran getrieben. Ein sehr erfolgreicher Tag also.

Zum Abschluss dieses fast nicht enden Beitrags gibt nochmal von vielen Räumen und unterschiedlichen Perspektiven einen Zwischenstand:
Als Nächstes stehen folgende Dinge an: Fenster hoffentlich bald bestellen, Küchenplanung finalisieren, damit die Maße bekannt sind für den Wiederaufbau der Wand und die Informationen für die Elektroplanung vorliegen, Elektroplanung finalisieren, Wände aufmauern, Türe etc. zumauern. Sobald es wärmer ist, können dann die Heizkörper (und die dahinterliegenden Tapeten) entfernt/ entsorgt werden, dadurch wird der Schornstein frei, der für die Kabel der Elektrik verwendet werden soll und wir können die Schlitze für die Elektroplanung einfräsen, damit nach dem Fenstertausch auch funktionieren Rollläden am Start sind. Das eine muss also ins andere greifen, damit der Gesamtplan aufgeht!



























